Auf dem Weg zu einem weltoffenen Saalekreis

Konferenz des Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz im Saalekreis

Im Merseburger Schlossgarten-Salon fand am 14. November 2013 die Konferenz des LAP Saalekreis statt. Die Veranstaltung unter dem Motto: „Weltoffener Saalekreis – gemeinsam gestalten, Erfahrungen nutzen“ wurde von Landrat und Schirmherr Frank Bannert eröffnet. Koordinator Mario Bialek zog ein Resümee, was mit dem Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz bisher im Saalekreis erreicht werden konnte und welche Zukunftsperspektiven angestrebt werden. Darüber hinaus tauschten die Teilnehmenden an fünf Thementischen zu unterschiedlichen Fragen Erfahrungen aus.

Als Landrat ist Frank Bannert Schirmherr vieler wichtiger Angelegenheiten, „aber es gibt für mich nichts wichtigeres, das will ich nochmal sehr deutlich sagen, als unseren Aktionsplan“, bei dem Ideen zur Demokratieförderung entwickelt und verwirklicht werden, betonte er in seiner Eröffnungsrede. Nachholbedarf verortete Bannert dabei gerade auch in jener Generation, die die Diktatur in der DDR erlebt haben und noch immer dabei sind, Weltoffenheit erst noch kennenzulernen. Über den Tellerrand schauen und eigene Erfahrungen sammeln, empfiehlt er als Rezept. Was Unternehmen angeht, ist der Landkreis längst weltoffen aufgestellt. Dabei sorgen Unternehmen aus unterschiedlichsten Ländern für herausragende Wirtschaftskraft des Landkreises.

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Bannert machte auch deutlich, dass bei rechten Anfeindungen und Gewalt nicht weggeschaut werden dürfe. „Man macht sich durch Schweigen immer mitschuldig an einer Gewalttat“, so der Landrat und ergänzte: „Natürlich gibt es auch im Saalekreis rechtsradikale Übergriffe.“ Mit Verweis auf die jüngsten Attacken auf das Mehrgenerationenhaus in Merseburg stellte er klar: „Der Saalekreis wird das nicht hinnehmen.“ Stellvertretend für Landkreis und Kreistag bekundete der Verwaltungschef, „alles unternehmen“ zu wollen, um auch in Zukunft lokales Engagement für Demokratie und Vielfalt zu unterstützen.

Einen Zwischenstand zum Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz (LAP Saalekreis) präsentierte Mario Bialek. Seit dem Start des Förderinstruments 2011 hat er die Koordinierung übernommen und kann mittlerweile von 55 Einzelprojekten berichten, die mit einem Gesamtfördervolumen von 245.000 Euro im Saalekreis unterstützt werden konnten. Dabei handelt es sich immerhin um 25 gemeinnützige Träger, die die Zielstellungen des Aktionsplans in ganz unterschiedlicher Weise mit Leben erfüllen. Die Analyse verheimlicht aber auch nicht, dass ein Großteil der Projekte in Merseburg durchgeführt wurde und in manchen Regionen des Landkreises noch keinerlei Aktivitäten stattfanden.

Für 2014 hat das Bundesfamilienministerium das Förderprogramm nochmal verlängert, sodass im kommenden Jahr wieder Projekte gefördert werden können. Darüber hinaus berichtete Bialek aus öffentlichen Workshops der letzten Wochen, bei denen ein Konzept für Demokratie und Vielfalt erarbeitet wurde, das über ein Förderinstrument wie den LAP hinausgehen soll. Engagement langfristig abzusichern und möglichst viele und vor allem unterschiedliche Mitstreiter sollen damit gewonnen werden.

Dr. Irina Volf vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. aus Frankfurt/M präsentierte in ihrem Input wissenschaftliche Erkenntnisse, wie Projekterfolge gezielt geplant und umgesetzt werden können. Das Institut begleitet bundesweit Lokale Aktionspläne und wertet deren Arbeit aus. Im Anschluss tauschten Anwesende ihre Erfahrungen, Eindrücke und Herausforderungen an fünf unterschiedlichen Thementischen aus und legten Grundsteine, für zukünftige Zusammenarbeit und neue Projektideen.

 
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